Mit den GLA-Fellowships wurden beim Studientreffen im November 2025 in Chemnitz Frau Dr. Uta M. Demel und Herr Dr. Igor Kos ausgezeichnet.
Dr. Uta Margareta Demel ist Fachärztin in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin (CBF). Neben ihrer klinischen Tätigkeit fokussiert sie sich gemeinsam mit ihrer Arbeitsgruppe auf die wechselseitige Interaktion zwischen Tumor und Immunsystem während der Lymphomentstehung, mit dem Ziel, neue Therapieansätze zur verbesserten Erkennung von Tumorzellen zu entwickeln. Seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere konnte sie mit verschiedenen Publikationen zu diesem Themenfeld beitragen und bereits wiederholt eigene Fördermittel für ihre Arbeit einwerben.

Dr. med. Uta M. Demel, Charité - Universitätsmedizin Berlin
Bericht zur Arbeit von Dr. Demel
Projekttitel: Decoding SUMO networks in CAR-T therapy
Das im Rahmen des GLA Fellowships geförderte Projekt zielt auf die Optimierung von CAR-T-Zell-Therapien zur nachhaltigen Verbesserung der Behandlung von Lymphompatienten ab. Obwohl die CAR-T-Zell-Therapie die Therapie rezidivierter und refraktärer B-Zell-Lymphome grundlegend verändert hat, erreicht bislang nur ein Teil der Behandelten eine dauerhafte Remission. Neben tumorintrinsischen Escape-Mechanismen stellen insbesondere T-Zell-Dysfunktionen zentrale Limitationen der therapeutischen Wirksamkeit dar. In Vorarbeiten identifizierte Uta Demel die SUMOylierung, eine posttranslationale Proteinmodifikation, als wichtigen Regulator der Immunzellfunktion. Ziel ihres aktuellen Projekts ist es, SUMO-abhängige regulatorische Netzwerke zu entschlüsseln, die Phänotyp, Persistenz und zytotoxische Funktion von CAR-T-Zellen im Kontext von B-Zell-Lymphomen steuern. Diese Signalwege sollen therapeutisch exploriert werden, um die Funktion und Persistenz von CAR-T-Zellen zu steigern und so die Behandlungsergebnisse von Lymphompatienten nachhaltig zu verbessern.
Dr. Igor Age Kos wurde in Brasilien geboren und hat dort Medizin studiert. Seit 2019 arbeitet er am Universitätsklinikum des Saarlandes mit Schwerpunkt Lymphome.

Dr. med. Igor Age Kos, Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg
Bericht zur Arbeit von Dr. Kos
Projekttitel: Sequenzielle Analyse der Therapie Deeskalations-Kohorten der OPTIMAL>60 Studie sowie explorative Auswertung R-miniCHOP-basierter Regime der ARCHED-Studie.
Short: ADDAPT DLBCL: Analysis of ctDNA Dynamics to Adapt Therapy in DLBCL
ctDNA basierte MRD als Wegweiser für eine individualisierte Therapie beim DLBCL: ctDNA-basierte MRD gewinnt in der Hämatologie rasch an Bedeutung und wird zunehmend als Instrument zur Therapiesteuerung diskutiert. Moderne Sequenzierungs- und Analyseverfahren (insbesondere durch die Einbeziehung von Phased Variants) ermöglichen inzwischen eine sehr sensitive MRD-Bestimmung bei DLBCL, auch am Ende der Therapie (EOT). (Kleine) Erste Schritte zur klinischen Implementierung spiegeln sich bereits in den NCCN Guidelines wider. Im Rahmen des GLA-Fellowships entsteht das Projekt ADDAPT DLBCL (Analysis of ctDNA Dynamics to Adapt Therapy in DLBCL): eine integrierte Plattform zur explorativen ctDNA-Analyse aus zwei großen randomisierten Phase-III-Studien: OPTIMAL>60 und ARCHED. OPTIMAL>60 bietet durch ihr PET-adaptiertes Design eine besonders attraktive Grundlage, um ctDNA retrospektiv in Deeskalationsstrategien sowie im Kontext des Radiotherapie-Verzichts zu untersuchen. In ARCHED analysieren wir ctDNA-Dynamiken unter R-miniCHOP-basierten Regimen bei älteren und gebrechlichen Patienten; ein Bereich, in dem robuste MRD-Daten unter Standard-of-Care bislang kaum vorliegen. Damit wollen wir ein Benchmarking der Standardtherapie ermöglichen und Patientengruppen mit besonders gutem bzw. unzureichendem Ansprechen frühzeitig identifizieren. Die integrierte Analyse beider Studien erlaubt zudem, spezifische Subgruppen herauszuarbeiten, für die Eskalations- oder Deeskalationsstrategien besonders geeignet erscheinen, auch weil sich unterschiedliche Dosisschemata nacheinander vergleichen lassen. Wir hoffen, dass diese Untersuchungen wichtige Daten liefern, die uns dabei unterstützen, weitere prospektive Studienkonzepte mit Integration von ctDNA zu entwickeln und MRD-gestützte Strategien perspektivisch in die klinische Praxis zu übersetzen.
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